11 Mitarbeitertypen: Führungstipps

Spielertypen beim Fußball weisen Parallelen zu Mitarbeitertypen auf. 11 Spieler stehen bei einem Fußballspiel auf dem Platz, 11 unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Stärken und Fähigkeiten. In jedem Spiel treffen zwei Mannschaften mit anderen Spielsystemen, Taktiken und Spielertypen aufeinander. Das macht den Reiz eines Spiels aus. Herausragende Mannschaften profitieren gerade von der perfekten Mischung aus unterschiedlichen Charakteren. Ähnlich ist es auch im Unternehmen. Lassen Sie uns die EM als Gelegenheit nutzen, um einige typische Spieler- bzw. Mitarbeitertypen zu analysieren.

Spielertypen, die Sie auch unter Ihren Mitarbeitern wiederfinden

1. Der kühle Kopf

Der kühle Kopf behält stets den Überblick und weiß genau, wohin der nächste Pass gehen soll. Er zieht im Mittelfeld die Fäden und ist bekannt für seine große Präzision. Toni Kross ist im deutschen Team einer dieser überragenden Strategen und damit ein unverzichtbarer Teil der Mannschaft.

Im Unternehmensalltag ist der „Kühle Kopf“ ein ausgeprägter Analytiker. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er alles ganz genau wissen will und alle Details erfragt und hinterfragt. Perfektion ist seine Leidenschaft. Wenn es um maßgeschneiderte, perfekte Lösung geht, ist er der Spezialist. Dabei ignoriert dieser Mitarbeitertyp leicht das Pareto-Prinzip und verstrickt sich in Details, die wenig Mehrwert bringen.

2. Der leidenschaftliche Kämpfer

Er ist sich für nichts zu schade, rennt bis zum Umfallen, geht in jeden Zweikampf und gibt niemals auf, auch wenn seine Mannschaft in Rückstand gerät. Bastian Schweinsteiger, wie er bei der WM 2014 in Brasilien aufopfernd für sein Team kämpft, schießt uns bei diesem Spielertyp sofort in den Kopf. Dieser Spielertyp ist durch seine Einstellung ein Vorbild und Motivator für die gesamte Mannschaft.

Im Unternehmen ist der „Leidenschaftliche Kämpfer“ ein loyaler, engagierter und fleißiger Mitarbeiter. Er arbeitet aufgabenorientiert und effizient.  Er sagt niemals „nein“ und ist immer hilfsbereit. Mit seiner positiven, professionellen Arbeitshaltung ist er einer der Mitarbeitertypen, die eine echte Bereicherung für ein Team sind. Er will jedoch auch die Früchte seiner Arbeit sehen und braucht Anerkennung und Wertschätzung. Vorsicht: Dieser Mitarbeiter ist auch ein Burnout-Kandidat.

3. Der soziale Vermittler

Er spricht mit dem Schiedsrichter, wenn die Wogen hochschlagen. Er hilft seinem Gegenspieler wieder auf die Beine, wenn dieser nach einem Foul am Boden liegt. Er hat immer ein aufmunterndes Wort für seine Mitspieler parat. Außerhalb des Platzes wird er von seinen Mitspielern als Kummerkasten und Ratgeber geschätzt. Philipp Lahm gilt als Spielertyp, der gerade wegen dieser Qualitäten geschätzt wird.

Soziale Menschen sind auch im Unternehmen als Mitarbeitertyp gefragt. Sie sorgen für Harmonie innerhalb des Teams und vermitteln zwischen den Fronten. Dieser Mitarbeitertyp arbeitet gerne im Team, hat Empathie und kann gut mit anderen kommunizieren. Sein Ego ist weniger ausgeprägt, denn ihm liegt das menschliche Miteinander am Herzen. An ihn wenden sich Mitarbeiter, wenn es Probleme gibt, denn hier findet jeder ein offenes Ohr und einen Motivationsschub. Das hat jedoch manchmal seinen Preis. Der „Soziale Vermittler“ unterbricht auch gerne seine Arbeit, um anderen zu helfen. So kann die eigene Arbeit unter Umständen liegen bleiben

4. Der kreative Querdenker

Seine Laufwege sind für den Gegner unberechenbar. Er kann überall auftauchen und für Gefahr sorgen. Er hat Ideen, spielt ungewöhnliche Spielzüge und lässt sich in kein Schema pressen. Wirbelwind Thomas Müller ist ein Spieler, der gerade wegen dieser Fähigkeiten eingesetzt wird.

Natürlich dürfen auch in Ihrem Unternehmen die kreativen Mitarbeitertypen nicht fehlen. Der „Kreative Querdenker“ ist ein intelligenter Mitarbeitertyp. Er erkennt rasch Zusammenhänge und sprudelt über vor Ideen. Sowohl auf dem Spielfeld als auch im Unternehmen setzt er so entscheidende Impulse. Doch er kann auch über das Ziel hinausschießen. Nicht jede Idee führt zum Erfolg und manches kann nicht umgesetzt werden. Das kann der Kreative auch mal persönlich nehmen und sich beleidigt zurückziehen. Dieser wichtige Mitarbeitertyp braucht deshalb sensible Führungskräfte, die ihm Freiräume lassen und ihn motivieren.

5. Die Primadonna

Er ist ein Star, ein Publikumsliebling! Und das weiß er auch. Er ist erfolgreich und sonnt sich genüsslich in seinem Erfolg. Christiano Ronaldo, der Star der portugiesischen Mannschaft, ist ein Vertreter dieses Spielertyps. Gemeinschaftssinn ist nicht unbedingt die Stärke einer „Primadonna“, doch ihre oft überdurchschnittlichen Fähigkeiten sind für die Mannschaft so wertvoll, dass man nicht auf sie verzichten möchte.

Haben Sie eine „Primadonna“ im Team? Sie ist unter Umständen schwer ins Team integrierbar und wird auch nicht sonderlich beliebt sein. Wenn Sie auf ihre besonderen Qualitäten nicht verzichten wollen, dann geizen Sie nicht mit Anerkennung und Wertschätzung. Betonen Sie jedoch ihr gegenüber auch, dass jeder Mitarbeiter seinen Beitrag zum Erfolg leistet und Sie jeden einzelnen Mitarbeiter brauchen. Geben Sie Ihrer „Primadonna“ einen definierten Spielraum, innerhalb dessen sie sich entfalten und glänzen kann.

6. Der Minimalist

Auf dem Spielfeld läuft der „Minimalist“ keinen Meter mehr als es sein muss. Doch wenn es darauf ankommt, steht er auf einmal zur rechten Zeit am rechten Platz und macht das entscheidende Tor. Oliver Bierhoff stand einst im Ruf, so zu spielen. Dieser Stürmertyp ist im modernen Fußball aus der Mode gekommen, doch in so manchem Spiel entdeckt man ihn immer noch.

Im Team ist der „Minimalist“ öfter anzutreffen. Dieser Mitarbeiter achtet auf die genaue Einhaltung seiner Arbeitszeiten und scheut Zusatzaufgaben. Das kann andere Mitarbeitertypen provozieren, denn sie fühlen sich ausgenutzt. Der Minimalist braucht deshalb eine klare Führung mit fest definierten Zielen, Terminen und Aufgaben.

7. Der junge Überflieger

Die erste EM-Teilnahme, jugendliche Unbekümmertheit, viel Talent und jede Menge Energie. Dieser Spielertyp sorgt für Schlagzeilen und wird schnell zum Publikumsliebling. Der blitzschnelle Stürmer Raheem Sterling wird zum Beispiel als großes Talent des englischen Fußballs angesehen. Mit Shooting-Star Marcus Rashford haben die Engländer derzeit einen weiteren Überflieger zu bieten.

Im Unternehmen bringt der „Junge Überflieger“ Schwung in die Bude. Frisch von Schule oder Hochschule haben Sie an diesem Mitarbeitertypen viel Freude, denn er verfügt über Talent und Ehrgeiz. Er will Dinge verändern und sucht nach Erfolg. Bieten Sie diesem engagierten jungen Menschen Perspektiven, indem Sie ihn weiterentwickeln und intensiv begleiten. Entdecken Sie seine Stärken, fördern Sie ihn und sorgen Sie dafür, dass aus ihm keine Primadonna wird. Dazu braucht er einen Mentor an seiner Seite.

8. Der alte Hase

Die vierte EM-Teilnahme, jede Menge Erfahrung, Effizienz und eine souveräne Ausstrahlung. Vielleicht zieht dieser Spieler beim Sprint mit dem Gegenspieler nun öfters den Kürzeren, doch mit seiner Routine macht er so manches wieder wett. Er bietet jungen Spielern Halt und Orientierung und ist daher ein wichtiger Teil der Mannschaft. Iker Casillas aus Spanien, Gianluigi Buffon aus Italien oder auch Bastian Schweinsteiger gehören zu den „goldenen Oldies“ der EM 2016.

Im Unternehmen ist der „Alte Hase“ meist tatsächlich ein Mitarbeiter, der schon lange dabei ist, der gute und schlechte Zeiten miterlebt hat und über jede Menge Wissen und Erfahrung verfügt. Er strahlt Ruhe und Souveränität aus und ist für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter besonders wertvoll. Führungskräfte können sich glücklich schätzen, wenn sie auf den Mitarbeitertypen „Alter Hase“ zurückgreifen können und sollten darauf achten, deren Leistungsfähigkeit und Motivation lange zu erhalten.

9. Der besonnene Kritiker

Manuel Neuer im Tor kann nichts aus der Ruhe bringen. Seine professionelle Haltung, sein Können und seine ruhige Ausstrahlung machen ihn zum mehrfachen Welttorhüter. In Interviews fällt er oft durch kritische Analysen und mahnende Worte auf. Ähnliches gilt für Jérôme Boateng. Im Spiel ist er sowohl leidenschaftlicher Kämpfer wie auch besonnener Abwehrchef. Nach dem Spiel weiß er sofort, was noch verbesserungsfähig ist.

Im Unternehmen ist der Kritiker ein wichtiger Regulator. Er lässt sich weder durch allgemeine Euphorie noch durch Hektik anstecken. Er ist mitunter unbequem und provoziert durch kritische Einwände. Er mahnt zur Besonnenheit und legt den Finger in die Wunde. Doch er sorgt auch für klare Strukturen und achtet darauf, dass die definierten Regeln beachtet werden. Kreativität ist nicht unbedingt seine Stärke, doch seine Rolle ist wichtig, um das Team im Gleichgewicht zu halten. Für Führungskräfte kann die Meinung des besonnenen Kritikers daher sehr aufschlussreich sein.

10. Der talentierte Rebell

Wayne Rooney in jungen Jahren: Taktik, Disziplin – Was ist das denn? Pfeilschnell, wild und völlig unberechenbar war er als junger Stürmer für seine Gegenspieler jedoch kaum in den Griff zu bekommen.

Im Unternehmen ist der talentierte Rebell eine echte Herausforderung für seine Führungskräfte. Arbeitszeiten, Pünktlichkeit, Disziplin: Das alles schert diesen Mitarbeitertypen Rebell“ wenig. Er kommt und geht, wann er will, er kann sich nur schwer ins Team integrieren und eckt in der Regel auch an. Doch was ihn stark macht, sind seine Energie und seine Leidenschaft.  Er braucht erfahrene Führungskräfte, die sein Potenzial erkennen und in die richtige Richtung lenken. So kann aus dem Rohdiamanten ein echtes Juwel werden. Wayne Rooney ist übrigens schon lange kein junger Rebell mehr, sondern erfahrener Leader seines Teams.

11. Der Spaßvogel

Manche behaupten, dass Lukas Podolski nur deshalb zur EM 2016 mitgenommen wurde, um für gute Stimmung im Team zu sorgen. Doch offensichtlich hat die rheinische Frohnatur noch andere wichtige Aufgaben zu erfüllen. Mit einer flapsigen Bemerkung konnte er in der Pressekonferenz sogar seinem Chef aus der Klemme helfen.

Im Unternehmen begrüßt der „Spaßvogel“ seine Kollegen mit dem ersten Witz des Tages.  Er versprüht gute Laune und ist daher sehr beliebt. Ein guter „Spaßvogel“ kann mit seinen Fähigkeiten auch dazu beitragen, kritischen Situationen ihre Schärfe zu nehmen. So können eine Krise oder ein Streit auch mit Humor aus der Welt geschafft werden. Den „Spaßvogel“, der nicht auf Kosten anderer Scherze macht, sondern für eine positive Grundstimmung sorgt, sollten Führungskräfte daher auf keinen Fall ausbremsen.

Mitarbeitertypen im Wandel

Wayne Rooney ist schon längst kein Rebell mehr. Mario Gomez stand einst im Ruf, eine Minimalistenhaltung zu haben, die er im Laufe seiner Karriere jedoch abgelegt hat. Er hat gelernt, teamtauglich zu spielen. Gute Trainer und Manager sind gefragt, um aus Talenten Spitzenspieler zu formen.

In Ihrem Team ist das genauso. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, aus jedem Mitarbeiter das Beste herauszuholen. Dazu ist wie beim Fußball viel Training, Ausdauer und Fleiß notwendig. Mit Weiterbildung, Training, Coaching und Geduld können kluge Führungskräfte talentierte Mitarbeiter zu Top-Mitarbeitern machen.

Was haben ein Nationaltrainer und eine Führungskraft gemeinsam?

  • Sie geben die Strategie vor.
  • Sie bestimmen die Aufstellung der Mannschaft.
  • Sie sind dafür verantwortlich, dass ihre Mannschaft „fit“ ist.
  • Sie haben die Aufgabe, ihr Team zu motivieren, „Großes“ zu erreichen
  • Sie haben talentierten Nachwuchs in ihren Reihen.
  • Sie können ihre Spieler taktisch gut einstellen.
  • Ihre Spieler wissen, worauf es auf der jeweiligen Position wirklich ankommt.
  • Sie stärken die Spieler, auch wenn mal etwas schiefläuft.

Tipp für Führungskräfte

Der Nationaltrainer hat gegenüber der Führungskraft den Vorteil, dass er während des Spiels nicht auf den Platz darf – dann müssen die Spieler alleine ran. Ein Bild, das man sich als Führungskraft immer mal wieder vor Augen halten sollte, wenn man mal wieder am liebsten alles selber machen würde, damit es gut wird.

Sind Sie gut auf Ihre Aufgaben als Führungskraft vorbereitet? Gerne unterstützen wir Sie beim Aufbau Ihrer Führungskompetenzen. BEITRAINING hat es sich zur Aufgabe gemacht, kleine und mittelständige Unternehmen bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Gerne beraten wir Sie!

 

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Birgit Mauroner

Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International.

Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International. Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.

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