Gute Vorsätze und alte Gewohnheiten

Sind Sie mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet? Damit befinden Sie sich in guter Gesellschaft, denn nahezu die Hälfte der Erwachsenen nimmt den Jahreswechsel als Anlass, sich Veränderungen im Leben vorzunehmen. Leider sind die meisten guten Vorsätze bereits im Februar schon wieder „Schnee von gestern“. Denn unsere eingeschliffenen Gewohnheiten lassen uns immer wieder in die alten Verhaltensweisen zurückfallen.

Gute Vorsätze zum neuen Jahr

„Ein guter Vorsatz ist ein Gaul, der oft gesattelt aber selten geritten wird“, sagt ein mexikanisches Sprichwort.

Dies scheint zuzutreffen, denn gemäß einer Studie von deal.com werden die meisten Neujahrsvorsätze nicht in die Tat umgesetzt.
An der Spitze der guten Vorsätze für das neue Jahr stehen übrigens laut einer Forsa-Studie:

  1. Stress vermeiden oder abbauen (57%)
  2. Mehr Zeit für Familie / Freunde (54%)
  3. Mehr bewegen/Sport (52%)
  4. Mehr Zeit für mich selbst (47%)
  5. Gesünder ernähren (47%

All diese Vorsätze klingen sehr erstrebenswert. Allerdings, mit solchen Formulierungen sind die guten Vorsätze mit hoher Sicherheit zum Scheitern verurteilt, denn sie sind viel zu unpräzise und viel zu wage.

Wer seine Vorsätze erfolgreich umsetzen will, muss gezielt und bewusst vorgehen. Am Anfang steht die Auseinandersetzung mit dem größten Gegner aller guten Vorsätze, den alten Gewohnheiten.

Gewohnheiten erleichtern den Alltag

Gewohnheiten sind unter gleichartigen Bedingungen immer wiederkehrende Abläufe. Es gibt natürliche, reflexhafte Gewohnheiten wie Blinzeln oder Atmen. Andere Gewohnheiten haben wir bewusst oder unbewusst erlernt.
Wiederkehrende Arbeiten können dank unserer Gewohnheiten rasch und effizient erledigt werden. Gewohnheiten sind somit ein wichtiger Teil unseres Unterbewusstseins. Die Routine, die mit ihnen einher geht, vermittelt uns Sicherheit und Selbstbewusstsein. Denken wir nur an Routinetätigkeiten wie Auto fahren, Hausarbeit und zahlreiche andere Arbeitsprozesse.

Gewohnheiten haben auch Nachteile

Jede Routine bringt auch Nachteile mit sich, denn sie kann zu Langeweile, Nachlässigkeit und Trägheit führen. Alte Gewohnheiten werden besonders dann zum Problem, wenn sie nicht mehr im Einklang mit uns und unseren Zielen stehen. Diese  Gewohnheiten schaden uns mehr, als dass sie uns nützen. Doch sie zu ändern oder abzulegen, ist oft harte Arbeit, denn unser Gehirn muss dazu neu „programmiert“ werden.

Jede Veränderung beginnt im Kopf

Wenn Sie feststellen, dass Sie Gewohnheiten haben, die Sie gerne ablegen oder ändern möchten, sind Sie bereits dabei, den ersten Schritt im Änderungsprozess zu vollziehen. Gehen Sie den 6-stufigen Veränderungsprozess bewusst an.

  1. Machen Sie sich zunächst also bewusst, welche Gewohnheit Sie ablegen oder ersetzen wollen.
  2. Beobachten Sie sich über einen gewissen Zeitraum hinweg selbst. Welche Auslöser führen zu der Gewohnheit? Wann greifen Sie zum Beispiel zu Süßigkeiten? Welche Dinge bringen Sie oft aus Ihrem Zeitplan?
  3. Formulieren Sie Ihre Vorsätze als präzise, realistische Ziele und legen Sie sie schriftlich fest.
    Hier ein Beispiel: Sie wollen mehr Zeit mit Ihrer Familie verbringen. Legen Sie fest, was das konkret für Sie bedeutet, z.B.: Zwei Abende pro Woche die Kinder ins Bett bringen, ein freier Abend pro Woche mit Ihrem Lebenspartner, ein Familienausflug pro Monat.
  4. Überlegen Sie sich, ob Sie Hilfsmittel brauchen, um ihr Ziel zu erreichen. Zum Beispiel einen Babysitter, Sportgeräte, etc.
  5. Manchmal ist das Ziel so groß, dass es sinnvoll ist, sich Zwischenschritte zu setzen. Unterteilen Sie die Strecke zum Ziel in kleine Etappen, die Sie bei realistischer Betrachtung gut erreichen können.
  6. Eine Belohnung im Erfolgsfall kann zum Durchhalten motivieren. Vereinbaren Sie mit sich selbst, wie Sie sich belohnen, wenn Sie Ihr Ziel erreichen.

Je bewusster Sie diesen Prozess angehen, umso größer ist die Erfolgschance.

30 Tage Durchhaltevermögen

Psychologen sagen, es dauert mindestens 30 Tage, um mit alten Gewohnheiten zu brechen bzw. um eine neue Gewohnheit anzunehmen. Erst dann ist eine Aktivität vom Bewusstsein ins Unterbewusstsein gewandert. Wenn Sie also 30 Tage hintereinander eine neue Gewohnheit konstant ausüben, haben Sie gute Chancen, sie auch im Anschluss dauerhaft beizubehalten. Diese Durchhaltefrist ist ein Richtwert und orientiert sich an Gewohnheiten, denen Sie (fast) täglich folgen, z.B. Essgewohnheiten und viele Arbeitsgewohnheiten. Für andere Gewohnheiten kann der Zeitraum variieren.

In jedem Fall benötigen Sie ab einem bestimmten Zeitpunkt deutlich weniger Energie für die Umsetzung Ihrer Vorsätze. Die neuen Gewohnheiten sind dann in Ihrem Unterbewusstsein angekommen. Wichtig ist, dass dieser Umstellungszeitraum nicht unterbrochen wird, denn ansonsten fangen Sie wieder von vorne an.

Geben Sie nicht auf!

Sie haben nach wenigen Tagen abgebrochen? Haben Sie nun Geduld mit sich selbst und lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen. Fangen Sie wieder von vorne an, aber halten Sie an Ihrem Ziel fest. Sie sind Ihrem Ziel zumindest ein Stückchen näher gekommen und beim nächsten Mal klappt es besser.

Das Jahr hat gerade erst angefangen. Sie haben noch ausreichend Zeit, um Ihre Neujahrsvorsätze in die Tat umzusetzen. Halten Sie durch, es lohnt sich!

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International.

Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager und Beraterin für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International. Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager und Beraterin für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.

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