Lob und Anerkennung: Richtig loben

Ein aufrichtig gemeintes Lob ist Balsam für die Seele und ein starkes Instrument, um Mitarbeiter zu motivieren und zu lenken. Aber es funktioniert nicht immer. Manche Menschen reagieren skeptisch oder beschämt, wenn sie gelobt werden. „Wer mich ständig lobt, ist entweder ein Narr, der mich verachtet, oder ein Schurke, der mich betrügen will“, sagt ein chinesisches Sprichwort.

Ein Lob kann also auch seine motivierende Wirkung verfehlen und Misstrauen wecken.

6 Formen von falschem Lob

Hier sind die 6 häufigsten Fehler und Fettnäpfchen beim Loben:

1. Vorschusslorbeeren

Kennen Sie das? Jemand kommt zu Ihnen, lobt Sie über den grünen Klee und hat dann ein „Attentat“ auf Sie vor. „Ach, was will der jetzt wieder von mir?“, schießt es dem Empfänger sofort durch den Kopf. Ein solches Lob macht skeptisch.

 2. Mit Tadel vermischt

„Das haben Sie gut gemacht. So würde ich mir das öfter von Ihnen wünschen.“ „Na bitte, es geht doch.“ Ein Lob, das gleich im Anschluss mit einem Tadel oder einer Einschränkung verknüpft wird, wirkt frustrierend und keineswegs motivierend.

 3. Übertriebenes Lob (Schleimen)

Unverdientes Lob ist verkleideter Spott. Wer schleimt, lobt mit der Absicht, dem anderen zu gefallen. Dabei werden Eigenschaften und Handlungen hervorgehoben, die keine Anerkennung verdienen. Das kommt beim Gegenüber nicht gut an und sorgt für Misstrauen.

Loben Sie also nicht wahllos jede Kleinigkeit oder Banales, denn dann verfehlt das Lob seine Wirkung und wirkt beschämend.

 4. Als Entschuldigung

Sie haben Ihren Mitarbeiter unberechtigt angepfiffen und wollen das jetzt wieder gut machen, indem Sie ihn loben? Ein Lob, das als verkappte Entschuldigung dient, um wieder gut Wetter zu machen, fällt in die Kategorie „peinlich“.

5. Lob nach dem Gießkannenprinzip

Der Chef hat sich vorgenommen mehr zu loben und läuft jeden Morgen mit der „Lob-Gießkanne“ durch das Büro und verteilt wahllos nette Worte. Sie können sich sicher sein: Dieses Lob tropft von den Mitarbeitern ab und sorgt sicher dafür, dass der Chef an Glaubwürdigkeit verliert. Dies ist auch der Fall beim weihnachtlichen „Friede, Freunde, Eierkuchen-Lob“.

 6. Vergleichendes Lob

Vor versammelter Mannschaft wird ein einzelner Mitarbeiter hervorgehoben. Damit wird unausgesprochen die Leistung der anderen Mitarbeiter herabgesetzt. Das kann nicht nur dem gelobten Mitarbeiter peinlich sein, es schürt auch den Neid und die Missgunst der Kollegen. Überlegen Sie also, wann es angebracht ist, öffentlich zu loben, und wann es besser ist, unter vier Augen mit dem Mitarbeiter zu sprechen.

Die Kunst, richtig zu loben

„Ein Lob ist soviel wert wie der Mensch, der es ausspricht“, lautet ein Zitat des spanischen Dichter und Schöpfers von Don Quijote Miguel de Cervantes. Die Art und Weise zu loben sagt also genauso viel über den aus, der lobt, wie über den, der das Lob empfängt.

In der BEITRAINING Unternehmerbefragung 2015 waren 92 Prozent der befragten Führungskräfte der Meinung, dass Wertschätzung einen sehr starken oder deutlichen Einfluss auf die Motivation hat. Andererseits sind mangelnde Anerkennung und das Gefühl, nicht als Mensch wertgeschätzt zu werden die Hauptkritikpunkte von Mitarbeitern an ihren Vorgesetzten, wie der Gallup-Engagement-Index 2014 aufzeigt. Loben Führungskräfte also zu wenig oder einfach nur falsch?

Wenn Sie loben, sollten Sie es daher genauso bewusst tun, wie wenn Sie Kritik anbringen. Die Art und Weise, Lob und Anerkennung auszusprechen, zeugt also von einer inneren Einstellung und Haltung. Sind Lob und Anerkennung denn nicht dasselbe?

Anerkennung oder Lob?

Loben ist dann angebracht, wenn eine besondere Leistung erbracht wurde, die über den „Normalbetrieb“ hinausgeht. Wenn Ihre Mitarbeiter eine konstant gute Normalleistung zeigen, ist dies Grund für Anerkennung und Wertschätzung. Diese sollten Sie Ihren Mitarbeitern regelmäßig zum Ausdruck bringen. Um Anerkennung zu zeigen, reicht ein Dankeschön.

Nur außergewöhnliche Leistungen verdienen ein Lob. Es bezieht sich daher auf eine bestimmte, besondere Leistung und muss auch so ausgesprochen werden. Achten Sie dabei auf die Einhaltung der folgenden Kriterien:

Wie loben Sie richtig?

1. Konkret

Ein echtes Lob beruht auf konkreten Fakten. Hier werden erbrachte Leistungen weder übertrieben noch heruntergespielt. Daher werden die zu lobenden Punkte auch konkret benannt.

Sagen Sie also nicht einfach „gut gemacht“, sondern werden Sie konkret. Zum Beispiel: „Mir hat gut gefallen, wie Sie auf die Bedürfnisse des Kunden eingegangen sind, dass Sie den Vorgang so hartnäckig bis zum Ende weiterverfolgt haben.“

Durch Ihre präzise Aussage zeigen Sie, dass Sie die Leistung des Mitarbeiters aufmerksam verfolgt haben und Sie als außergewöhnlich zu würdigen wissen.

2. Glaubwürdig

Loben Sie nicht, wenn Sie nicht von einer Leistung begeistert sind. Zeigen Sie diese Begeisterung auch. In einem echten Lob steckt auch Ihre eigene Freude über den Erfolg eines Mitarbeiters. Ihr Mitarbeiter wird spüren, wenn Sie es ehrlich meinen, denn Ihre Worte werden durch Ihre Mimik und Körpersprache authentisch wirken.

3. Zeitnah

Loben Sie direkt dann, wenn die Leistung erfolgt ist. Einmal im Jahr vor den Weihnachtsferien ist wenig motivierend. Besser ist ein spontanes Lob direkt nach einer besonderen Leistung.

4. Persönlich

Passen Sie Ihr Lob Ihrem Gegenüber an. Manche Menschen haben es nicht gelernt, ein Lob anzunehmen. Verwenden Sie daher ehrliche Ich-Botschaften wie:

  • Es hat mir gut gefallen, wie …
  • Ich habe mich sehr gefreut, dass …
  • Es war ein Vergnügen, Sie zu beobachten, Ihnen zuzusehen, …
  • Ich schätze es sehr, wie …

Die Kunst, ein Lob anzunehmen

Egal, ob als Chef oder Mitarbeiter, in der Familie oder beim Sport. Gelobt werden fällt machen Menschen schwer. Manchen ist es peinlich. Sie werden rot und würden sich am liebsten im nächsten Mauseloch verkriechen.

Dann kommen Sätze wie: „Das ist doch nichts Besonderes“ oder „Das kann doch jeder.“

Stopp! Warum schmälern Sie ihre Leistung? Warum freuen Sie sich nicht einfach über das Lob, sofern es ehrlich und aufrichtig gemeint ist?

Wie reagieren Sie richtig auf ein Lob?

Ganz einfach: Bedanken Sie sich und zeigen Sie Ihre Freude über die netten Worte, zum Beispiel mit folgenden Worten:

  • Danke, das freut mich.
  • Danke, das ist sehr aufmerksam von Ihnen.
  • Danke, dann hat sich die Mühe ja gelohnt.
  • Danke, es hat mir Spaß gemacht. Schön, dass meine Arbeit Ihnen gefallen hat.
Birgit Mauroner
Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International. Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.
Birgit Mauroner

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International. Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.

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