Energiebilanz: Mehr UND statt ODER

„Geld oder Liebe“ hieß eine beliebte Fernsehshow mit Jürgen von der Lippe. Man könnte genauso fragen: Beruf oder Familie? Karriere oder Kinder? Geld oder soziales, sportliches oder kulturelles Engagement?

Am liebsten möchten wir alles erreichen, was uns im Leben erstrebenswert erscheint. Die Realität zeigt uns jedoch oftmals Grenzen auf und verlangt scheinbar Entscheidungen. Wie ist es möglich, die vielzitierte Work-Life-Balance zu halten?

Wir können uns für ein „Sowohl als auch“ entscheiden, wenn wir unsere Energie bewusst einteilen. Erstellen Sie mit uns Ihre persönliche Energiebilanz.

Mehr UND statt ODER

Fast jeder von uns hat schon einmal ein geliebtes Hobby aufgegeben, weil es zeitlich einfach nicht mehr mit all den anderen Anforderungen unter einen Hut zu bringen war. Wir mussten abwägen, was uns wichtiger ist und eine Entscheidung treffen. Die Entscheidung fällt umso schwerer, je mehr uns das, was wir aufgeben, für uns wertvoll ist. Ganz in Frage stellen sollten wir die Entscheidung immer dann, wenn das, auf das wir verzichten, ein persönlicher Energielieferant ist. Muss es also wirklich ein „Entweder oder“ sein?

Wenn es um die Frage Beruf ODER Privatleben geht, ist eines klar: Die meisten Menschen brauchen ein gesichertes Einkommen, um ihre privaten Träume realisieren zu können. Der Beruf sichert unseren Lebensunterhalt. Nur wenige können entscheiden, ob sie arbeiten wollen oder nicht. Doch wer lustlos arbeitet, nur um sich sein Geld zu verdienen, gerät schnell aus dem Gleichgewicht und versäumt eine große Chance: Die Selbstverwirklichung und Anerkennung, die ein erfülltes Berufsleben mit sich bringt. Beruf UND ein (wie auch immer gestaltetes) Privatleben sind also ein erstrebenswertes Ziel.

Work-Life-Balance: Beruf und Privatleben sind kaum noch voneinander zu trennen

Die Zeit, die wir für Berufliches und Privates verwenden, vermischt sich in unserer digitalen Welt zunehmend. Nach Feierabend noch schnell ein paar berufliche E-Mails bearbeiten? Kein Problem und gerade für die junge Generation oft selbstverständlich. Genauso normal ist es dann aber auch, zwischendurch während der Arbeit kurz die privaten Nachrichten zu checken. Viele Menschen sind ständig „online“ und wechseln zwischen privaten und beruflichen Angelegenheiten hin und her. Die Bereiche sind eng miteinander verwoben. Wer sich nur auf einen Bereich seines Lebens konzentriert, wird schnell unzufrieden und diese Unzufriedenheit wirkt sich negativ auf den fokussierten Bereich aus.

Derzeit diskutieren Politiker darüber, wie lange Mitarbeiter „on“ sein müssen oder dürfen. Die Vermischung von Beruf und Privatleben ist für viele Mitarbeiter die Realität, doch was gesund ist und ab wann eine gesundheitliche Gefährdung besteht, wird sich kaum pauschal beantworten lassen. Individuelle Lösungen sind gefragt, um die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Einklang zu bringen. Was für den einen Mitarbeiter eine Belastung darstellt, ist für den anderen eine Bereicherung, da Arbeitszeiten und -orte flexibler gewählt werden können. Dies verlangt ein Umdenken von beiden Seiten. Jeder Einzelne wird sein persönliches Gleichgewicht in Vereinbarung mit seinem Arbeitgeber finden und definieren müssen.

Auch auf sozialer Ebene lassen sich Arbeit- und Privatleben kaum voneinander trennen: Arbeitskollegen werden zu Freunden. Private Kontakte aus sozialen Netzwerken werden zu Geschäftspartnern. Spätestens auf Social Media wie Facebook verschwinden die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben. Die Frage, wie wir damit umgehen, um im persönlichen Gleichgewicht zu bleiben, und was wir von uns preisgeben wollen, muss jeder für sich alleine beantworten.

Letztendlich sind unsere Zeit und unsere Energie die Ressourcen, die nur in begrenzten Ausmaß zur Verfügung stehen und über deren Einsatz wir uns bewusst entscheiden müssen. Die Erstellung einer Energiebilanz hilft uns dabei.

So erstellen Sie Ihre persönliche Energiebilanz

Die vielzitierte Work-Life-Balance steht für ein ausgewogenes Verhältnis von Berufs- und Privatleben. Uns steht im Leben ein gewisses Niveau an Energie zur Verfügung und wir müssen darauf achten, diese Energie sinnvoll einzusetzen. Umgekehrt gibt es Lebensbereiche, aus denen wir unsere Kraft und Energie ziehen. Wir brauchen eine ausgewogene Energiebilanz, um auf Dauer gesund und glücklich leben zu können. Daher lauten die zwei entscheidenden Fragen:

  • Worauf verwende ich welchen Teil meiner Energie?
  • Aus welchen Lebensbereichen ziehe ich welchen Teil meiner Energie?

Um Ihre persönliche Energiebilanz zu erstellen, gehen Sie in 6 Schritten vor:

Schritt 1: Ihr Leben als Sternform

Stellen Sie sich zunächst Ihr Leben wie einen Stern vor. Jede Zacke repräsentiert einen Bereich Ihres Lebens.

APS_Sterngrafik_blanko

Ordnen Sie jedem Zacken des Sterns einen Lebensbereich zu:

  • Beruf
  • Einkommen
  • Partnerschaft
  • Kinder
  • Freunde
  • Sport
  • Gesundheit/Wellness
  • Kulturelle Aktivitäten
  • Soziales Engagement
  • Etc.

Schritt 2: Wohin fließt Ihre Energie?

Gehen Sie nun nacheinander alle Bereiche durch und überlegen Sie sich, wohin Ihre Energie fließt. Vergeben Sie Prozentwerte für den Energieaufwand, den Sie den Bereichen widmen und passen Sie die Länge der Zacken entsprechend an.

Schritt 3: Woher ziehen Sie Ihre Energie?

Überlegen Sie sich dann, aus welchen Bereichen Sie Ihre Energie ziehen und machen Sie dafür einen neuen Stern in einer anderen Farbe.

Schritt 4: Wie sieht die Energiebilanz aus?

Sind die beiden Sterne identisch? In welchen Bereichen besteht ein Ungleichgewicht?

APS_Sterngrafik_Energie_abgeben
Energiebilanz: Energielieferanten
APS_Sterngrafik_Energie_bekommen
Energiebilanz: Energiefresser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie werden feststellen, dass es „Energiefresser“ und „Energielieferanten“ gibt. Markieren Sie diese Bereiche bewusst und fragen Sie sich, ob das so gewollt ist oder nicht. Diese Grafik verdeutlicht, wie wichtig es ist, einen Ausgleich zu haben. Sie zeigt Ihnen auch, dass Sie sich für Ihre „Energielieferanten“ Zeit nehmen müssen und diese nicht vernachlässigen sollten.

Schritt 5: Besteht Korrekturbedarf in Ihrer Energiebilanz?

Nun können Sie bewusst überlegen, wo Sie Korrekturen in Ihrer Energiebilanz vornehmen wollen. Halten Sie Ihre Ergebnisse schriftlich fest und nutzen Sie sie nach einigen Wochen oder Monaten zur eigenen Kontrolle.
Neben der Energiefrage spielen die Ziele eine Rolle, die man sich selbst für die einzelnen Lebensbereiche setzt.

Schritt 6: Ausgewogene Ziele für ein ausgewogenes Leben

Der letzte Schritt ist also, sich realistische Ziele für jeden Bereich zu setzen: Schriftlich, messbar, mit realistischen Werten und in der Ich-Form formuliert.
Ist die Karriere das einzige Ziel, sieht der Lebensstern sehr einseitig aus. Wir alle kennen Menschen, die nur in eine Richtung gehen. Ihnen fehlt die Balance. Das Geheimnis für ein ausgeglichenes Leben ist, sich immer mehrere Ziele in unterschiedlichen Bereichen zur gleichen Zeit zu setzen. Damit halten Sie automatisch auch Ihre Energiebilanz im Gleichgewicht.

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International.

Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International. Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.

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