Spielertypen – Mitarbeitertypen

Der WM-Ball rollt und die Spannung steigt. Wer wird Weltmeister 2018? Jedes Spiel hat seinen besonderen Reiz, weil unterschiedliche Spielsysteme, Taktiken und Spielertypen aufeinandertreffen. Auch wer sich nur mäßig für Fußball interessiert, kann bei den verschiedenen Spielertypen bestens mitfühlen und mitreden. Die Parallele von Spielertypen zu Mitarbeitertypen bietet sich da geradezu an.

Lassen Sie uns die WM als Gelegenheit mit einem Augenzwinkern nutzen, um uns 11 typische Spieler- bzw. Mitarbeitertypen mit ihren Eigenheiten, Stärken und Schwächen genauer anzuschauen. Erkennen Sie den ein oder anderen Mitarbeitertypen in Ihrem Team wieder?

11 Freunde sollt Ihr sein!

Die besten Mannschaften profitieren gerade von einer ausgewogenen Mischung aus unterschiedlichen Spielertypen. Wenn sich deren Stärken, Fähigkeiten, Denk- und Spielweisen ergänzen, macht genau dieser Mix eine überragende Mannschaft aus. Der Trainer braucht einen guten Blick und ein feines Händchen, um aus seinen Spielertypen ein gutes Team zu formen.

Viele Spielertypen finden Sie als Mitarbeitertypen auch in Ihrem Unternehmen wieder. Beurteilen Sie selbst mit einem Augenzwinkern, welche Spieler in Ihrem Team auf dem Platz stehen. Wir geben Ihnen Tipps, wo die Stärken liegen und welche Rollen für bestimmte Mitarbeitertypen besonders geeignet sind.

1. Der kühle Kopf

Der „Kühle Kopf“ hat seinen Platz meist im Mittelfeld. Er behält stets den Überblick und weiß genau, wohin der nächste Pass gehen soll. Er verteilt die Bälle mit großer Präzision und setzt seine Mitspieler je nach Spielstand und Gegner klug in Szene. Toni Kross ist im deutschen Team einer dieser cleveren Strategen und damit ein unverzichtbarer Teil der Mannschaft.

Im Unternehmen ist der „Kühle Kopf“ ein ausgezeichneter Analytiker mit einem Blick für Zusammenhänge und Strukturen. Er behält aber auch die Details im Blick. Mit seinem Hang zur Perfektion kann er sich jedoch auch einmal verzetteln. Doch auf der Suche nach einer perfekten Lösung, ist er der Spezialist. Als Organisator und Manager finden Sie in diesem Mitarbeitertypen ein unschlagbares Teammitglied.

2. Der leidenschaftliche Kämpfer

Er ist sich für nichts zu schade, rennt bis zum Umfallen, geht in jeden Zweikampf und gibt niemals auf. Auch nicht, wenn seine Mannschaft in Rückstand gerät. Im Team der Spanier nimmt Sergio Ramos derzeit diese Rolle ein. Dieser Spielertyp ist durch seine Einstellung ein Vorbild und Motivator für die gesamte Mannschaft. Grund für das frühe Ausscheiden der deutschen Elf ist vielleicht gerade das Fehlen von Spielern dieses Spielertyps.

Im Unternehmen ist der „Leidenschaftliche Kämpfer“ ein loyaler und engagierter Mitarbeiter. Mit seiner positiven Einstellung und seiner professionellen Arbeitshaltung stellt er für jedes Team ein Vorbild dar. Dieser Mitarbeiter sagt niemals „nein“. Deshalb ist er manchmal gefährdet, sich selbst zu überfordern und zum Burnout-Kandidaten zu werden. Diesen Mitarbeitertypen hat jede Führungskraft am liebsten mehrfach im Team, denn sie sind von unschätzbarem Wert.

3. Der soziale Vermittler

Er spricht besonnen mit dem Schiedsrichter, wenn die Wogen hochschlagen. Er hilft auch seinen Gegenspielern auf die Beine, wenn diese nach einem Foul am Boden liegen. Für seine Mitspieler hat er auf und außerhalb des Spielfelds stets ein offenes Ohr. Philipp Lahm war als Mannschaftskapitän ein Paradebeispiel dieses Spielertyps. Manuel Neuer soll als neuer Kapitän diese Rolle ebenfalls einnehmen. Seine Sozialkompetenz und seine Ausstrahlung verschaffen ihm eine breite Akzeptanz.

Soziale Menschen sind auch im Unternehmen als Mitarbeitertypen gefragt. Sie sorgen für Harmonie innerhalb des Teams und vermitteln zwischen den Fronten. Dieser Mitarbeiter arbeitet gerne im Team. Sie haben Empathie und ausgesprochen gute Kommunikationsfähigkeiten. Ihr Ego ist weniger ausgeprägt, denn ihnen liegt das menschliche Miteinander am Herzen. Das hat manchmal auch seinen Preis. Der „Soziale Vermittler“ unterbricht leicht auch seine Arbeit, um anderen zu helfen. So kann die eigene Arbeit unter Umständen liegen bleiben. Dieser Mitarbeiter nimmt im sozialen Gefüge jedoch eine wichtige Rolle wahr. An ihn wenden sich andere Mitarbeiter, wenn es Probleme gibt. Beim diesem Mitarbeitertypen findet jeder ein offenes Ohr und ein aufmunterndes Wort. Er ist so auch in der Lage als Sprachrohr für andere Mitarbeiter zu fungieren.

4. Der kreative Querdenker

Seine Laufwege sind für den Gegner unberechenbar. Er kann überall auftauchen und für Gefahr sorgen. Er steht für ungewöhnliche Spielzüge und lässt sich in kein Schema pressen. Wirbelwind Thomas Müller ist ein Spielertyp, der gerade wegen dieser Fähigkeiten eingesetzt wird.

Im Unternehmen ist der „Kreative Querdenker“ ist ein intelligenter Mitarbeitertyp. Er erkennt rasch Zusammenhänge und sprudelt über vor Ideen. Doch er kann auch über das Ziel hinausschießen. Nicht jede Idee führt zum Erfolg und manches kann nicht umgesetzt werden. Das kann der Kreative auch mal persönlich nehmen und sich beleidigt zurückziehen. Dieser wichtige Mitarbeitertyp braucht deshalb Führungskräfte, die ihm Freiräume lassen und ihn motivieren. Dann wird er in der Lage sein, neue Impulse zu setzen, die das Unternehmen voranbringen.

5. Die Primadonna

Er ist ein begnadeter Fußballer und weiß das auch. Er ist ein Star, der vom Publikum umjubelt wird. Gemeinschaftssinn ist jedoch nicht unbedingt die Stärke einer „Primadonna“. Neymar, der Held der brasilianischen Mannschaft, ist ein typischer Vertreter dieses Spielertyps. Die überdurchschnittlichen Fähigkeiten einer „Primadonna“ sind für die Mannschaft so wertvoll, dass man nicht auf sie verzichten möchte.

Haben Sie eine „Primadonna“ im Team? Sie ist unter Umständen schwer ins Team integrierbar und wird auch nicht sonderlich beliebt sein. Ihr Individualismus und ihre Starallüren nerven die anderen. Wenn Sie auf die besonderen Qualitäten Ihrer „Primadonna“ nicht verzichten wollen, dann achten Sie darauf, dass sie diese in die richtige Richtung lenken. Geben Sie Ihrer „Primadonna“ einen Spielraum, innerhalb dessen sie sich entfalten und glänzen kann. Geizen Sie nicht mit Anerkennung und Wertschätzung. Machen Sie jedoch auch klar, dass jeder Mitarbeiter seinen Beitrag zum Erfolg leistet und Sie jeden einzelnen Mitarbeiter brauchen.

6. Der Minimalist

Auf dem Spielfeld läuft der „Minimalist“ keinen Meter mehr als es sein muss. Doch wenn es darauf ankommt, steht er auf einmal zur rechten Zeit am rechten Platz und macht das entscheidende Tor. Oliver Bierhoff stand einst im Ruf, so zu spielen. Dieser Stürmertyp ist im modernen Fußball aus der Mode gekommen, doch in so manchem Spiel entdeckt man ihn immer noch.

Im Unternehmen ist der „Minimalist“ immer wieder anzutreffen. Dieser Mitarbeiter achtet genau auf die Einhaltung seiner Arbeitszeiten. Wenn es um die Verteilung von Zusatzaufgaben geht, verschwindet er schnell in der Deckung. Das kann andere Mitarbeitertypen provozieren, denn sie fühlen sich ausgenutzt. Der „Minimalist“ braucht deshalb eine klare Führung mit fest definierten Zielen, Terminen und Aufgaben. Die Herausforderung besteht darin, diesen Mitarbeitertypen dauerhaft so einzubinden, dass er Motivation aus seinen Aufgaben ziehen kann. Dann wird er die Minimalistenrolle verlassen können und alle überraschen.

7. Der junge Überflieger

Die erste WM-Teilnahme, viel jugendliche Unbekümmertheit, Talent und jede Menge Energie. Dieser Spielertyp sorgt für Schlagzeilen und wird schnell zum Publikumsliebling. Die englische Nationalmannschaft besitzt derzeit eine Reihe junger Talente. Der blitzschnelle Stürmer Harry Kane wird zum Beispiel als „Shooting Star“ des englischen Fußballs angesehen. Bei den Franzosen begeistert der 19-jährige Kylian Mbappe.

Im Unternehmen bringt der „Junge Überflieger“ Schwung in die Bude. Er kommt frisch von Schule oder Hochschule, ist ehrgeizig und motiviert. Er will Dinge verändern und sucht nach Erfolg. Bieten Sie diesem engagierten jungen Menschen Perspektiven, indem Sie ihn weiterentwickeln und intensiv begleiten. Entdecken Sie seine Stärken, fördern Sie ihn und sorgen Sie dafür, dass aus ihm keine Primadonna wird. Dazu braucht er einen Mentor an seiner Seite, der seinen Karrierestart wohlwollend begleitet.

8. Der alte Hase

Die dritte oder sogar vierte WM-Teilnahme, jede Menge Erfahrung und eine souveräne Ausstrahlung. Vielleicht zieht dieser Spieler beim Sprint mit dem Gegenspieler nun öfters den Kürzeren, doch mit seiner Routine macht er so manches wieder wett. Er bietet jungen Spielern Halt und Orientierung und ist daher ein wichtiger Teil der Mannschaft. Sergio Ramos ist nicht nur ein leidenschaftlicher Kämpfer, sondern auch ein alter Hase. Seit seinem 18. Lebensjahr spielt er schon in der spanischen Nationalmannschaft. Schon bei der WM 2006 in Deutschland stand er auf dem Feld. Im deutschen Team gehört Mario Gomez inzwischen zu den alten Hasen.

Bei der WM 2018 gibt es übrigens viel mehr Neulinge als alte Hasen. Insgesamt sind 736 Spieler für die WM nominiert. Für 536 Spieler ist dies jedoch die erste WM.

Im Unternehmen ist der „Alte Hase“ meist tatsächlich ein Mitarbeiter, der schon lange dabei ist, der gute und schlechte Zeiten miterlebt hat und über jede Menge Wissen und Erfahrung verfügt. Er strahlt Ruhe und Souveränität aus und ist für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter besonders wertvoll. Führungskräfte können sich glücklich schätzen, wenn sie auf „Alte Hasen“ zurückgreifen können und sollten darauf achten, deren Leistungsfähigkeit und Motivation lange zu erhalten.

9. Der besonnene Kritiker

Kaum ein deutscher Spieler äußert nach Spielen so qualifiziert und offen Kritik wie Jérôme Boateng. Seine professionelle Haltung, sein Können und seine ruhige Ausstrahlung machen ihn zu einem der wichtigsten Spieler. Seine Interviews enthalten neben kritische Analysen meist auch mahnende Worte.

Im Unternehmen ist der Kritiker ein wichtiger Regulator. Er lässt sich weder durch allgemeine Euphorie noch durch Hektik anstecken. Oft ist er unbequem und provoziert durch kritische Einwände. Er mahnt zur Besonnenheit und legt den Finger in die Wunde. Kreativität ist nicht unbedingt seine Stärke, doch seine Rolle ist wichtig, um das Team im Gleichgewicht zu halten. So sorgt er für klare Strukturen und achtet darauf, dass die definierten Regeln beachtet werden. Für Führungskräfte kann die Meinung des besonnenen Kritikers daher sehr aufschlussreich sein.

10. Der talentierte Rebell

Wayne Rooney in jungen Jahren: Taktik, Disziplin – Was ist das denn? Pfeilschnell, wild und völlig unberechenbar war er als junger Stürmer für seine Gegenspieler jedoch kaum in den Griff zu bekommen.

Im Unternehmen ist der talentierte Rebell eine echte Herausforderung für seine Führungskräfte. Arbeitszeiten, Pünktlichkeit, Disziplin: Das alles schert den Mitarbeitertyp „Talentierter Rebell“ wenig. Er kommt und geht, wann er will, er kann sich nur schwer ins Team integrieren und eckt in der Regel auch an. Doch was ihn stark macht, sind seine Energie und seine Leidenschaft. Er braucht erfahrene Führungskräfte, die sein Potenzial erkennen und in die richtige Richtung lenken. So kann aus dem Rohdiamanten ein echtes Juwel werden. Wayne Rooney ist übrigens schon lange kein junger Rebell mehr, sondern erfahrener Leader seines Teams.

11. Der Spaßvogel

Manche behaupten, dass Lukas Podolski nur deshalb zur EM 2016 mitgenommen wurde, um für gute Stimmung im Team zu sorgen. Doch offensichtlich hat die rheinische Frohnatur noch andere wichtige Aufgaben zu erfüllen. Mit einer flapsigen Bemerkung konnte er in der Pressekonferenz sogar seinem Chef aus der Klemme helfen. Oft übernimmt derzeit Thomas Müller diese Rolle im deutschen Team.

Im Unternehmen begrüßt der „Spaßvogel“ seine Kollegen mit dem ersten Witz des Tages. Er versprüht gute Laune und ist daher sehr beliebt. Ein guter „Spaßvogel“ kann mit seinen Fähigkeiten auch dazu beitragen, kritischen Situationen ihre Schärfe zu nehmen. So können eine Krise oder ein Streit auch mit Humor aus der Welt geschafft werden. Den „Spaßvogel“, der nicht auf Kosten anderer Scherze macht, sondern für eine positive Grundstimmung sorgt, sollten Führungskräfte daher auf keinen Fall ausbremsen.

Spielertypen und Mitarbeitertypen im Wandel

Der portugiesische Star Christiano Ronaldo schießt einem in den Kopf, wenn man an die „Primadonna“ denkt. Doch er besticht derzeit auch in seiner Rolle als leidenschaftlicher Kämpfer. Mario Gomez stand einst im Ruf, eine Minimalistenhaltung zu haben, die er im Laufe seiner Karriere jedoch abgelegt hat. Er hat gelernt, teamtauglich zu spielen. Gute Trainer sind gefragt, um aus Talenten Spitzenspieler zu formen.

In Ihrem Team ist das genauso. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, aus jedem Mitarbeiter das Beste herauszuholen. Dazu ist wie beim Fußball viel Training, Ausdauer und Fleiß notwendig. Mit Weiterbildung, Training, Coaching und Geduld können kluge Führungskräfte talentierte Mitarbeiter zu Top-Mitarbeitern machen.

Tipp

Sind Sie gut auf Ihre Aufgaben als Führungskraft vorbereitet? Haben Sie für alle Mitarbeitertypen bei den täglichen Führungsaufgaben ein Händchen? Können Sie das Beste aus jedem Mitarbeitertypen herausholen? Gerne unterstützen wir Sie beim Aufbau Ihrer Führungskompetenzen. BEITRAINING hat es sich zur Aufgabe gemacht, kleine und mittelständige Unternehmen bei dieser Aufgabe zu unterstützen.

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Birgit Mauroner

Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International.

Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager und Beraterin für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner

Birgit Mauroner ist Manager Marketing & PR bei BEITRAINING International. Nach einem internationalen Studium der Betriebswirtschaft in Reutlingen und Reims war sie zunächst als Account Manager und Beraterin für A.C.Nielsen tätig. Seit 2003 ist sie bei BEITRAINING für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie dabei ein Studium zur akademisch geprüften PR-Beraterin.

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